Tanzgruppe Grün Weiß Oberviechtach e.V.

Landesverband Ostbayern im Bund Deutscher Karneval Richtlinien für LVO-Gardetreffen unterliegen nicht den Wertungskriterien vom BDK. Sie sind keine Wertungsturniere, es werden keine Wertungen vorgenommen und keine Sieger ermittelt.
Zeitdauer der Tänze
Jede Garde hat für Garde- und Showtanz je 6 Minuten zur Verfügung. Bei einem Showblock ist eine Zeit von höchstens 10 Minuten vorgegeben.
Einzug erfolgt durch die Kapelle. Die Zeit läuft, wenn sich die Garde auf der Bühne formiert hat. Hat die Garde eine eigene Einzugsmusik, läuft die Zeit mit Beginn der Musik. Bei Zeitüberschreitung, wird die Musik vom Tonmeister abgeschaltet ! (Hier ist keine eigene Auszugsmusik erlaubt).
Uniform
Die Gardeuniform sollte dem Charakter einer karnevalistischen Garde entsprechen.
Gardemarsch
Musik sollte Marschmusik, Polka sein. Sie sollte dem Charkter eines Gardetanzes entsprechen, wobei der musikalische Bogen weit gespannt sein kann.
Kostüme Showtanz
Beim Showtanz dürfen keine Gardeuniformen getragen werden. Ansonsten ist die Kostümgestaltung beliebig, sie darf jedoch nicht gegen Anstand und gute Sitte verstoßen.

Tanzgarde – Gardetanz

(1. Version) Der heutige Gardetanz oder auch Gardetanzsport ist auf die Girltruppen der Revuetheater aus den 1920er und 1930er Jahren zurückzuführen. Karnevalvereine haben diese Idee aufgegriffen und schickten auf ihren Sitzungen Mädchengarden auf die Bühne.

(2. Version) Die damaligen Militärgruppen hatten zur Unterhaltung und Betreuung Damen bei sich, die so genannten "Marketenderinnen". Die Damen hatten unter anderm tagsüber Zigaretten gedreht, die sie dann abens am Lagerfeuer an die Soldaten verkauften. Die Marketenderinnen tanzten am Lagerfeuer zur Unterhaltung der Soldaten. Auch animierten sie die Soldaten, mit ihnen zu tanzten. Auf den entstehenden Karnevalsitzungen (1900) wurde auch das Militär auf die Schippe genommen durch exerzieren und marschieren auf Musik, damit war der Marschtanz geboren.

Tänze und Musik:

In Deutschland wurde in großen Gruppen zu Marschmusik im 4/4-Takt getanzt. Gleichzeitig entwickelte sich in den Niederlanden und Belgien ein anderer Tanzstil. Inspiriert von der slawischen, slowenischen und bayerischen Volksmusik  Hier wurde zu Polka-Musik im 2/4 Takt getanzt.

Im Marsch tanzen wir auf einen 4/4 Takt. Beim marschieren (rechts, zwo,drei, vier....) bewegen wir uns auf viertel Noten und zählen dem entsprechend eins, zwei, drei, vier. Ein Takt entspricht 4/4 Noten. Im Marsch entspricht ein Battement zwei Zählzeiten, vier ein verzögertes.

In der Polka tanzen wir auf einen 2/4 Takt. Achtung, in Wirklichkeit werden hier aber achtel Noten vertanzt d.h. wir zählen allerdings die viertel Note und so ergibt sich in der Polka folgende Zählzeit 1 und 2 und 3 und 4. In der Polka entspricht somit ein Battement nur einer Zählzeit.

Heute werden die folgende Tänze und Tanzrichtungen trainiert:

  • Marschtanz — Der Marschtanz ist ein geradliniger, eleganter Tanz mit vielfältigen Schrittkombinationen Battement - Variationen und immer wechselnden Bildern z.B. Diagonalen, Halbkreis, V oder Stern ergänzt wird dies durch akrobatische Teile wie Spagat, Räder, Beinschwünge und Beinführungen. Das Schwergewicht liegt  Neben der Choreographie auf Synchronität (Gleichzeitig, alle machen das selbe zur gleichen Zeit) und Präzision (Genauigkeit, Exaktheit eine saubere Ausführung der Technik).

 

  • Mariechen- und Paartanz besteht aus Sprungschritten und Tanzschritten aus dem klassischen Ballett, ergänzt durch akrobatische Teile wie Bogengänge, Beinschwünge, Beinführungen, Flic-Flac, Räder und Spagat (Beim Paartanz noch Hebefiguren). Charakteristisch ist die spielerische Präsentation und die heitere Ausstrahlung.

 

  • Schautanz — Eine Mischung aus Gardetanz und anderen modernen Tanzschritten. Schautänze haben grundsätzlich immer ein Thema. Die Musik besteht größtenteils aus Techno, Dance oder Songs zum Thema. Die Kostüme der Tänzerinnen und Tänzer sind dem Thema entsprechend ausgewählt. Kleinere Requisiten oder Bühnendekorationen sind beim Schautanz gebräuchlich. Der Schautanz wird auf den gleichen Turnieren aufgeführt, unterliegt aber anderen Bewertungskriterien als der Gardetanz. Gewertet werden Ausführung, Kreativität, Kostüm, Schrittvielfalt, Choreographie, Thematik und Originalität.

Kleidung
Die typische Kleidung ist oft an Uniformen aus dem 18. Jahrhundert angelehnt: Dreispitz, Perücke, Uniformjacke, Spitzenjabot dazu ein kurzes Röckchen (oft plissiert), darunter Petticoat, Strumpfhose, Spitzen- oder Rüschenunterhöschen bzw. Body, (Tanz-Schnürstiefel.

Dennoch hat sich auch die Mode im karnevalistischen Tanzsport stark geändert. Längst treten die Turniertänzer/-innen nicht mehr in den traditionellen Gardeuniformen auf. Vielerorts, besonders jedoch im BDK, haben sich moderne Schnitte, schmalere Schnitte und elastische Stoffe durchgesetzt, die den akrobatischen Anstrengungen entgegen kommen. Dennoch gibt es nach wie vor Richtlinien, die streng eingehalten werden müssen. Entsprechend besteht eine Uniform mindestens aus einem Body, einer Weste, einem Rock, einem Hut (im BDK) und Tanzstiefeln. Spitzenhose und Petticoat sind optional.

Tanzsport  
Turniere des karnevalistischen Tanzsports finden immer an zwei Turniertagen statt. Am Samstag startet die Jugend und die Junioren mit jeweils vier Disziplinen und am Sonntag die Erwachsenen mit fünf Disziplinen. Die Disziplinen, die in der nachfolgenden Reihenfolge präsentiert werden, sind:

  • „Paartanz“"
  • die Königsdisziplin „Weibliche Garden“,
  • „Gemischte Garden“,
  • „Tanzmariechen“ und
  • „Schautanz“.

Bei der Jugend und den Junioren tanzen die Gardetänzer bei den weiblichen Garden mit.

Es gibt verschiedene Verbände den Bund Deutscher Karneval (BDK), den Deutscher Verband für Garde- und Schautanzsport (DVG) und die Internationale Interessengemeinschaft für Tanzsport (IIG). Hüte und Perücken sind auf den Gardetanzturnieren des DVG im Gegensatz zu denen des BDK längst verschwunden.

Entgegen der landläufigen Meinung hat sich der Gardetanz zumindest innerhalb der Turnierszene zu einem Hochleistungssport entwickelt, der vor allem im Solistenbereich ein Trainingspensum von oft deutlich über zehn Wochenstunden erfordert, um vordere Turnierplatzierungen zu erreichen. Der hohe Leistungsstand im Gardetanzsport fordert ein hohes Maß an Trainingseinheiten. Im Bereich Beweglichkeit ist ein tägliches Dehnungsprogramm von Nöten.

Es gibt verschiedene Turniere beim BDK, die bis zu den Deutschen Meisterschaften gehen. In anderen Verbänden gibt es sogar Europa- und Weltmeisterschaften.

 

Ist der karnevalistische Tanz eine annerkannte Sportart ?
Im Jahre 1971 wurde der Bund Deutscher Karneval (BDK) e.V. gegründet. Es entstand die Erste Richtlinie für ein Tanz-Turnier (TTO). Alle Ausrichter und Teilnehmer von BDK-Tanzturnieren verpflichteten sich diese TTO einzuhalten. Im Jahre 1975 wurde die 1. Deutsche Meisterschaft für Kinder und Junioren abgehalten, es war ein voller Erfolg. Jährlich stiegen die Teilnehmer und Turnierzahl an. Bereits 1979 wurden 8 interne und 12 offene Tanzturniere durch geführt. Der ständige Zuwachs an Aktiven sowie des gesellschaftliche Interesse in Form von steigenden Besucherzahl machte eine Trennung der Altersklassenturniere auf unterschiedliche Tage nötig. Im Jahre 1987 wurde der "Deutsche Verband für Gardetanzsport" (DVG) gegründet. Die Verbandsgründung legte für den karnevalistischen Tanz die Grundlage als anerkannte Sportart beim Deutscher Sportbund (DSB) registirert zu sein. Mit der Anerkennung als Sportdisziplin öffnete sich bundesweit die Türen, neue Perspektiven entstanden. Alle Vereine die Mitglied im DSB sind haben seitdem vielfältige Möglichkeiten Angebote und Maßnahmen von Sportbünden wahrzunehmen. z.B. Qualifizierungssyteme zur Übungsleiter- und Trainer-Ausbildung usw.

BAYERN im Jahre 1963 wurde der Landestanzsportverband gegründet. Nach längeren Verhandlungen wurde 1967 die Aufnahme des LTV Bayern in den Bayerischen Landessportverband (BLSV) erreicht. Zur Zeit sind unter dem Dach des BLSV, 300 Tanzvereine mit 32.000 Mitgliedern gemeldet. Als Fachverband gehört der Landesverband karnevalistischen Tanzsport Bayern zum LTV und damit zum BLSV e.V. Über den LKT wird die Ausbildung zum Gardetanzübungsleiter durchgeführt.

Damit kann die Frage beantwortet werden: Ja, Gardetanz ist eine anerkannte Sportart nach den Richtlinien des Bayerischen und Deutschen Sportbundes. Alle ausgerichtete Turniere und damit erworbene Titel (z.B. Deutscher Meister) sind "Offiziell" vom DSB anerkannt!


Tanzgruppe Grün Weiß Oberviechtach e.V.